Künstliche Intelligenz ist das Schlagwort der Stunde. Überall wird massiv aufgerüstet, Software eingekauft und von der großen Effizienzrevolution geträumt. Doch eine aktuelle Untersuchung gießt nun Wasser in den Wein: Wir stecken zwar Unsummen in die Technik, lassen aber ausgerechnet diejenigen, die sie bedienen sollen, sträflich im Stich. Wenn Sie sich also fragen, warum der digitale Turbo in Ihrem Betrieb noch stottert, liefert diese Erhebung beunruhigende, aber äußerst erhellende Antworten.
Die Studie „Corporate AI-Learning“, die von der Amadeus Fire Group für die Initiative Allianz der Chancen angefertigt wurde, deckt ein eklatantes Ungleichgewicht auf. Die nackten Zahlen sprechen Bände: Neun von zehn befragten Firmen stufen smarte Algorithmen mittlerweile als überlebenswichtig für ihr Geschäftsmodell ein, über 80 Prozent wollen die Budgets dafür spürbar aufstocken. Der Haken an der Sache? Nur ein mickriges Viertel der Betriebe plant ernsthafte Ausgaben, um die eigene Belegschaft für genau diese Werkzeuge fit zu machen. Das Fazit von Amadeus-Fire-Vorständin Monika Wiederhold fällt entsprechend schonungslos aus: Wer blind in neue Technologien investiert, ohne systematische Schulungskonzepte auszurollen, überlässt mögliche Produktivitätsgewinne dem reinen Zufall und schadet dem Wirtschaftsstandort massiv.
Blicken wir über den Tellerrand, sieht es für die hiesige Wirtschaft eher mau aus. Gerade einmal 26 Prozent der kleineren und mittleren Unternehmen nutzen derzeit entsprechende Technologien. Bei den Großkonzernen ist es immerhin etwas mehr als die Hälfte. Das eigentliche Problem liegt jedoch an der Basis: Nur rund jeder fünfte Beschäftigte hierzulande hat jemals ein professionelles Training in diesem Bereich durchlaufen. Satte 70 Prozent tappen völlig im Dunkeln, weil der Arbeitgeber schlichtweg keine Fortbildungen anbietet. Stattdessen verheddern sich viele Betriebe in endlosen Pilotprojekten, da klare Lernpfade, zeitliche Freiräume und verbindliche Konzepte fehlen. Die Maschinen werden zwar immer schlauer, aber das Personal wird auf dem Weg dorthin regelrecht abgehängt.
Die Macher der Studie belassen es jedoch nicht bei bloßer Kritik, sondern nehmen in einem Positionspapier auch den Gesetzgeber in die Pflicht. Gefordert werden unter anderem rechtssichere Räume zum Experimentieren und eine feste Verankerung entsprechender Fähigkeiten in den Aus- und Weiterbildungsplänen. Besonders für den Mittelstand brauche es finanzielle Anreize, etwa durch steuerliche Vergünstigungen oder staatlich geförderte Programme. Zudem müssen Zulassungsverfahren für risikoarme Lernanwendungen dringend beschleunigt werden.
Für alle, die in ihrem Unternehmen endlich Nägel mit Köpfen machen wollen, liefert die Untersuchung glücklicherweise gleich einen praktischen Leitfaden mit. Der wichtigste Rat dabei: Gießen Sie Schulungen nicht einfach mit der Gießkanne über alle Abteilungen. Analysieren Sie stattdessen sehr präzise, in welchen Geschäftsprozessen der größte Hebel für mehr Effizienz liegt, und schulen Sie gezielt die dafür verantwortlichen Rollen. Erst wenn Sie den konkreten Zeitgewinn im Arbeitsalltag auch wirklich systematisch messen und dokumentieren können, rechnet sich das Investment in die Weiterbildung.
Wer tiefer in die Materie einsteigen und sich die detaillierten Ergebnisse – die übrigens auf spannende Weise von einem KI-Agenten in Interviews ermittelt wurden – ansehen möchte, findet weitere Informationen zu den Lösungsansätzen direkt im News-Bereich der Amadeus Fire Group.
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