Nachdem das 3G-Netz (UMTS) in Deutschland bereits seit 2021 Geschichte ist, bereiten sich die Netzbetreiber nun auf den nächsten großen Schnitt vor: Die Abschaltung des 2G-Netzes, besser bekannt als GSM-Standard. Für viele Smartphone-Nutzer mit 5G-Verträgen klingt das irrelevant, doch der 2G-Standard ist nach wie vor das „Sicherheitsnetz“ im deutschen Mobilfunk – und die Basis für tausende von Alarmanlagen, GPS-Trackern und älteren Handys.
Wir haben den aktuellen Zeitplan der Anbieter analysiert und klären auf, wann Sie Ihre Hardware in Rente schicken müssen.
Lange Zeit hieß es, 2G würde als „Grundrauschen“ noch ewig weiterlaufen. Doch der Hunger nach Frequenzen für schnelle 4G- und 5G-Netze zwingt die Betreiber zum Umbau. Hier ist der aktuelle Stand:
Wenn Sie ein halbwegs aktuelles Smartphone besitzen (ab iPhone 6 oder vergleichbaren Android-Geräten), nutzen Sie für Telefonate bereits „Voice over LTE“ (VoLTE). Sie sind sicher. Kritisch wird es für drei spezifische Gruppen:
1. Nutzer von älteren Handys
Viele Senioren-Handys oder Kult-Geräte wie das alte Nokia 3310 können schlichtweg kein LTE. Sobald 2G abgeschaltet ist, sind diese Geräte Elektroschrott – sie können sich nicht mehr ins Netz einbuchen, nicht einmal für Notrufe. Doch selbst jüngere Geräte können Sie dann zum Elektroschrott tragen, darunter alle UMTS-Geräte (die aktuell zumindest zum telefonieren im 2G-Netz noch funktionieren) und zahlreiche Handyserien älterer Generation. Als Warnmerkmal: Alles was eine physische Tastatur hat, könnte betroffen sein.
2. Import-Geräte ohne VoLTE
Vorsicht bei exotischen Smartphones aus Asien. Auch wenn diese 4G für Daten unterstützen, fehlt ihnen oft die Konfiguration für VoLTE im deutschen Netz. Das Ergebnis nach der 2G-Abschaltung: Sie können zwar surfen, aber nicht mehr telefonieren.
3. Die „vergessenen“ SIM-Karten (M2M)
Das ist der heikelste Punkt. Viele Prepaid-Karten stecken nicht in Handys, sondern in:
Diese Geräte funken oft ausschließlich via 2G-Modem. Nach der Abschaltung verlieren diese Geräte die Verbindung zur Außenwelt. Prüfen Sie also dringend die Bedienungsanleitungen Ihrer Gadgets!
Sind Sie unsicher, ob Ihr Handy oder Tracker die 2G-Abschaltung überlebt? Wenn Sie eine der folgenden Fragen mit „Nein“ beantworten, benötigen Sie vor 2028 wahrscheinlich Ersatz:
Tipp: Testen Sie Ihr Handy, indem Sie in den Einstellungen testweise „2G“ deaktivieren. Können Sie trotzdem noch telefonieren? Dann sind Sie sicher.
Auch wenn 2028 noch weit weg klingt: Die Zeit vergeht schnell, besonders bei fest verbauten Systemen. Achten Sie beim Neukauf von Senioren-Handys oder Trackern zwingend auf den Hinweis „4G-fähig“ oder „VoLTE-Unterstützung“. Wer jetzt noch reine 2G-Hardware kauft, investiert in Technik mit einem festen Verfallsdatum.
Für Besitzer von Autos mit integriertem Notruf haben wir in unserem Artikel zum neuen NG eCall bereits detailliert beschrieben, wie der Übergang im Fahrzeugsektor läuft.
Schreibe einen Kommentar